Belegt die Krankengeschichte die TARDOC-Position? Eine Checkliste vor dem Versand

Ob eine Position bei einer Rückfrage hält, entscheidet die Krankengeschichte. Eine Checkliste nach Art der Position: Zeitleistungen, Untersuchungen mit Mindestumfang, Eingriffe, Anzahl und Kombinationen.

Das Tarifwerk schreibt nicht vor, die genaue Zeit einer Konsultation zu stoppen oder Start- und Endzeit zu dokumentieren. So steht es im FAQ TARDOC von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz. Fragt eine Krankenkasse aber nach, zählt, was in der Krankengeschichte steht: Art. 42 Abs. 4 KVG erlaubt dem Versicherer, eine genaue Diagnose oder zusätzliche Auskünfte medizinischer Natur zu verlangen.

Deshalb lohnt sich vor dem Versand ein kurzer Blick: Zeigt die KG, was jede verrechnete Position verlangt? Die folgende Checkliste ordnet die Fragen nach Art der Position. Massgebend ist immer die gültige TARDOC-Version.

1. Zeitleistungen pro Minute

  • Steht die Dauer der Konsultation in der KG, und passt die Summe der verrechneten Minuten dazu?
  • Bei der hausärztlichen Beratung CA.00.0030: Dauert die Konsultation länger als 20 Minuten? Die Ärztenetzwerke von mediX schreiben, die Beratung könne flexibel eingesetzt werden, «wenn die Konsultationszeit von 20 Minuten überschritten wird».
  • Zeigt die KG, worüber beraten wurde, und nicht nur, dass beraten wurde?

Mehr dazu in unserem Beitrag Hausärztliche Beratung CA.00.0030: was gilt und wo es hakt.

2. Untersuchungen mit Mindestumfang

Manche Positionen nennen den Umfang schon in der Bezeichnung. Die mediX-Auswahl führt etwa KF.05.0030 als «Untersuchung Bewegungsapparat gross, 20 Minuten und vier oder mehr Regionen».

  • Steht die Dauer der Untersuchung in der KG?
  • Sind die untersuchten Regionen einzeln genannt, mit Befund?

3. Eingriffe und Leistungen mit Indikation

Weil der Versicherer eine genaue Diagnose und medizinische Auskünfte verlangen kann, sollte die KG bei Eingriffen drei Dinge zeigen:

  • die Diagnose,
  • den Befund, der den Eingriff begründet,
  • die Beurteilung, warum der Eingriff angezeigt war.

Steht ein Bericht noch aus, etwa ein Röntgen- oder Histologiebericht, fehlt er auch bei einer Rückfrage. Dann lohnt es sich, ihn nachzutragen, sobald er da ist.

4. Anzahl, Limitationen und Kombinationen

  • Pro Konsultation: Laut mediX-Auswahl ist die hausärztliche Konsultation CA.00.0010 höchstens einmal verrechenbar, die Zusatzminute CA.00.0020 höchstens 15-mal.
  • Über einen Zeitraum: Für CA.00.0030 nennt mediX höchstens 240-mal in 180 Tagen. Das zeigt nur der Verlauf in der Praxissoftware, nicht die einzelne Rechnung.
  • Kombinationen: Laut mfe-FAQ lässt sich die ärztliche Konsultation AA.00.0010 nicht mit CA.00.0030 kombinieren. Laut mediX ist CA.00.0030 nicht kumulierbar mit der psychosozialen Beratung JZ.00.0020.

Welche Regeln häufig zu Rückweisungen führen, zeigt unser Beitrag Zurückgeschickte TARDOC-Rechnungen: die häufigsten Gründe.

5. Behandlungsgrund

Krankheit, Unfall oder Prävention: Der Behandlungsgrund entscheidet, wer zahlt und welche Positionen zusammen auf eine Rechnung dürfen. Bei Unfällen gehört der Unfallhergang mit Datum in die KG.

Tarifregeln und Krankengeschichte

Viele Praxisprogramme prüfen Tarifregeln wie Limitationen und Kombinationen. Ob der Text der Krankengeschichte eine Position trägt, ist eine andere Frage, und genau die stellt eine Rückfrage. Wie man darauf antwortet, steht in unserem Beitrag TARDOC-Kürzung beantworten: Was in eine Stellungnahme gehört.

Quellen

Hans Johannes Schulte ist Gründer von Rebuttal Health (DeskGate, Inc., Utzigen BE). Hinweise und Korrekturen an hans@deskgate.app. Über TARDOC-News